Auch mal entspannt über Fehler reden!

Schnappatmung. Hoher Puls. Rotes Gesicht. Laune auf dem Tiefpunkt. Die stärksten negativen Schwingungen bekommt ein Mitarbeiter wohl dann zu spüren, wenn etwas schiefgelaufen ist. Die Kommunikation wird entweder lauter oder wird komplett eingestellt – und auch das Vokabular verändert sich.

Und wenn Sie Mitarbeiter nach ihrer größten Angst befragen, wird eine Antwort sicherlich sehr weit oben im Ranking stehen: „Ich habe Angst vor Fehlern!“

Und als Führungskraft darf ich mir auch ruhig mal die Frage stellen, ob meine Jubelphase bei einer gelungenen Aktion ebenso lang und intensiv ist, wie in der oben beschriebenen „Phase rot“!?

Auch mal entspannt über Fehler reden – Fehler dürfen gemacht werden! Sie sind immerhin eine Chance für den zukünftigen Erfolg. Sehen Sie Fehler als Teil des Verbesserungsprozesses.

Auch mal entspannt über Fehler reden – tiefentspannt. Die innere Mitte gefunden haben und eine große Portion Verständnis mit Ketchup aufbringen.

Menschen machen Fehler. Wo gearbeitet wird passieren Fehler. Je mehr wir arbeiten, desto mehr Fehler machen wir. Alles bekannte Sprüche und Aussagen, die sicherlich jede Führungskraft kennt. Einfache Weisheiten, die es zu beherzigen gilt.

Der perfekte Chef… weiß, dass es keinen perfekten Chef gibt

Es ist daher durchaus verwunderlich, dass immer noch viele Chefs meinen, dass sie perfekt sind – oder sein müssen. Eine solche Fehleinschätzung (um mal nicht gleich von einer großen Selbstüberschätzung zu sprechen), führt im Führungsalltag letztlich zu Arroganz und zu einem Stillstand an Wachstum. Und dies sowohl im persönlichen Bereich wie auch unternehmerisch.

Der perfekte Chef verbessert sich ständig (und das geht nur, wenn man weiß, dass man nicht perfekt ist!). Darin liegt die Größe eines wirklich perfekten Chefs. Er nutzt die Kenntnis seiner Fehler, die Reflektion seiner „Niederlagen“ für die persönliche Weiterentwicklung. Gute Führungspersönlichkeiten entwickeln sich aus genau diesem Grund immer weiter. Sie sind nicht der Meinung „jemand zu sein“, sondern sind sich bewusst, dass sie/er „jemand ist, der wird“. Und das mit jedem neuen Tag auf´s Neue!

Zukunft gestalten

„Jeder Mensch braucht … nicht nur Wissen, sondern er braucht auch Kreativität; er muss lernen, eigene Einfälle zu haben, Dinge zu tun, die man ihm nicht beigebracht hat. Man muss ihm eine Haltung vermitteln, selbst Lösungen zu finden“. (Robert Jungk)
 
Mit der Haltung, auf der Basis von Wissen und Kreativität eigene Visionen zu entwickeln, Ziele zu formulieren und selbst Lösungen zu finden, beschreibt Robert Jungk ein zentrales demokratisches Moment: es geht um eine aktive Gestaltung und partizipative Mitgestaltung von Veränderungs- und Wandlungsprozessen – sei es bezogen auf das eigene Leben, auf das Zusammenleben mit anderen, auf Angelegenheiten in der Gemeinde, im Stadtteil oder in Organisationen unterschiedlichster Art – oder eben in Unternehmen.

Im Rahmen von Zukunftswerkstätten wird die Beteiligung und aktive Mitgestaltung aller Teilnehmenden an persönlichen wie auch gemeinsamen Angelegenheiten ermöglicht, wobei Betroffene zu aktiv Beteiligten gemacht werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden zu aktiven Mitgestaltern des Unternehmens und des Unternehmensalltags. Sie sind die Experten ihrer eigenen und gemeinsamen Anliegen, die auf der Basis ihres Wissens, ihrer Vorstellungen und ihrer Ideen selbständig und gemeinsam mit anderen Visionen und Ziele entwickeln, Zukünfte planen, Projekte entwickeln und aktiv umsetzen können.

Und dies geschieht nicht in individueller Einzelarbeit; vielmehr sind Abstimmungs- und Einigungsprozesse erforderlich, durch die ein demokratisches Aushandeln und Kooperieren der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forciert wird. Teamarbeit und Kooperation bilden somit ein wichtiges Element dieses Verfahren. Darüber hinaus wird durch die Anwendung solcher Partizipationsverfahren die individuelle und kollektive Verantwortung der Beteiligten gestärkt, da sie nicht nur an der Umsetzung der Vorgaben anderer beteiligt werden, sondern selbst Ideen entwickeln, Ziele setzen, planen und umsetzen können. Die Einbeziehung in den gesamten Prozess führt zu einer hohen Identifikation mit den Ergebnissen. Das motiviert dazu, auch nach dem Ende der Werkstätten aktiv zu bleiben und sich an der Umsetzung der Ergebnisse zu beteiligen.

Die drei Phasen der Zukunftswerkstatt werden hier beschrieben