Führen mit dem inneren Schweinehund – Teil 3

Es gibt nicht DEN inneren Schweinehund – je nach Charakter seines Herrchens ist der Schweinehund individuell. Ich möchte Ihnen einmal die vier Hauptrassen vorstellen:

Der Rationale – arbeitet logisch, analytisch und ergebnisorientiert. Häufig anzutreffen im Controlling oder im Rechenzentrum. Für ihn zählen Zahlen. Er denkt in Strukturen, analysiert und optimiert diese.

Der Sicherheitsbedürftige – überlässt nichts dem Zufall. Er plant detailliert, strukturiert und organisiert so viel wie möglich im Vorfeld. Sehr gut einsetzbar als Projektmanager oder in der Logistik.

Der Emotionale – pflegt als Führungskraft einen teamorientierten und intergrierenden Stil. Er versteht es hervorragend seine Mannschaft zusammenzuhalten. Er agiert allerdings oft über seinen Zuständigkeitsbereich hinaus.

Der Spontane – ist intuitiv, kreativ und risikofreudig. Idealerweise arbeitet er in der Forschung oder der Entwicklung. Auch im Marketing fühlt er sich pudelwohl. Aus der Buchhaltung sollte man ihn allerdings fernhalten.

Und wie lässt sich Ihr innerer Schweinehund charakterisieren?

Führen mit Stärken und Werten – Schweinehund Teil 2

Menschen arbeiten motivierter, wenn sie ihre Stärken im Job ausleben können. Sie sind mit mehr Begeisterung bei der Sache, wenn Vorgesetzte und Kollegen ihnen echte Wertschätzung entgegenbringen. Beides ist hinlänglich bekannt und durch diverse Studien sogar wissenschaftlich belegt. Und dennoch ist das in der Praxis offensichtlich nur schwer umzusetzen.

Wie viele Führungsschweinehunde haben ihre tierische Freude daran, Mitarbeiter zu erwischen wenn sie etwas falsch gemacht haben, um genau dann die die Trumpfkarte zu spielen um sich als Resultat stark und mächtig zu fühlen. Wer scharf kontrolliert findet zwangsläufig viele Fehler und somit auch viele Gelegenheiten die Täter zur Rede zu stellen

Führung funktioniert so also ganz einfach. Der Chef verbreitet Angst und Schrecken, macht so seine Mitarbeiter schwach und gefügig. Die Ergebnisse seiner Abteilung mögen trotz eines anachronistischen Führungsstils ganz gut aussehen. Dennoch können Sie sicher sein, dass eine solche Führungskraft viel Potenzial vergeudet.

Es ist viel schwieriger sich auf die Stärken der Mitarbeiter zu konzentrieren. Es bedeutet erstens diese Stärken überhaupt zu erkennen und zweitens diese Stärken auch anzuerkennen. Beides haben wir zumeist nicht gelernt. In jeder Bildungsinstitution, die wir im Laufe unseres Lebens besucht haben, wurde mit Fingern auf unsere Schwäche gezeigt. Vielleicht wurden wir in Nachhilfekurse gesteckt, die unsere Defizite ausgleichen sollten. Aber besuchten wir jemals einen Förderkurs in einen Fach, in dem wir ohnehin schon sehr gut abschnitten? Was haben wir häufiger erfahren? Leistungsdruck oder echte Wertschätzung???

Es ist schwierig etwas zu geben was man selbst niemals bekommen hat. Viel einfacher ist es, den am eigenen Leib erfahren Druck einfach weiterzugeben. Oder um es schweinehündisch zu formulieren: je mehr ein Mensch im Kindesalter für seine Schwächen gescholten und unter Druck gesetzt worden ist, desto besser gedeiht neben ihm ein besonders großer Schweinehund, der nur darauf wartet, dass ein Mensch endlich seinen Chefsessel erklimmt.

Demnächst: Stärken sehen und stärken.

Erfolg für die Ewigkeit?

WM-Finale in Rio. DAS Spiel. Maracana. DAS Stadion. Wir gegen Argentinien. Das ist DIE Chance…

Die Stimmung in der legendären Arena unfassbar. Die deutschen und argentinischen Fans schreien so laut, so fordernd, so hoffend. Eine ganz große Party – und die Welt schaut zu. Nach einer Stunde wird es plötzlich still. So spannend ist dieses Endspiel, so offen, wer den WM-Pokal kriegen wird.

Dann die 112. Minute. Schürrle auf seinen Kumpel Götze. Wie im Training. Und unaufgeregt wie im Training macht Götze das Ding rein. Er macht UNS zum Weltmeister. Mit einem Tor, das wir einen Monat später nicht vergessen haben. Ein Tor, das wir in einem Jahr nicht vergessen haben. Ein Tor, das ganz Deutschland NIE wieder vergessen wird.

Das war am 13.07.2014 – also heute genau vor einem Monat. Dieser Erfolg ist uns in den Medien fast täglich neu vor Augen geführt worden. Die Bilder, die Emotionen, die Glücksgefühle. All das wurde immer und immer wieder aufgewärmt. Und warum das Ganze? Um diesen Erfolg zu konservieren für die Ewigkeit! Um immer wieder auf´s Neue positive Energie daraus zu ziehen.

Auch im Unternehmen werden Erfolge erzielt. Auch Mitarbeiter und Führungskräfte haben ihren ganz persönlichen Erfolgstag, ihren 13.07.2014!

Und was motiviert mehr als Erfolg! Und was kann mehr motivieren als ein positiver Blick zurück auf dieses eine grandiose Erfolgserlebnis!?

Lassen Sie also zu, dass man sich an Erfolgen erfreuen kann. Lassen Sie zu, dass der Faktor Erfolg in Ihrem Unternehmen als Motivationsgarant dient.

Denken Sie mal über eine „Wall of Fame“ in Ihrem Unternehmen nach – mit viel Platz für die persönlichen Erfolge ALLER Mitarbeiter!

Und am Freitag kümmern wir uns wieder um den inneren Schweinehund!

Der innere Schweinehund

„Darf ich mich vorstellen? Ich bin Ihr innerer Schweinehund. Ich bin es, der Sie gelegentlich dazu verführt, Ihre Mitarbeiter einzuschüchtern, Machtspielchen mit Ihren Kollegen zu treiben und Ihr Privatleben zu vernachlässigen.

Ich verstehe gar nicht, warum Sie mich immer wieder verscheuchen oder sogar „überwinden“ wollen – Sie sollten wissen, dass Sie keine Chance gegen mich haben.

Je härter Sie gegen mich vorgehen, desto schneller kassiere ich jeden Ihrer guten Vorsätze.

Also: Machen Sie sich das Leben leichter. Ich habe ja nichts gegen Ethik und Moral, Fairness und Vernunft in der Führung. Wenn Sie mir beweisen, dass Sie damit sogar erfolgreicher sind und dabei persönlich nicht zu kurz kommen, dann ziehe ich gerne mit Ihnen an einem Strang.“

aus: „Führen mit dem inneren Schweinehund“ | Marco von Münchhausen und Cay von Fournier | http://www.schmidtcolleg.de

Ein vielsagendes Fundstück – der Klappentext eines Buches, das mir in den letzten Tagen in die Hände fiel – nur ein kurzer Text, nur wenige Worte. Aber mit viel Sinn und Inhalt. Und mit viel Potential zum Nachdenken.

Als Verfechter einer neuen und modernen, auf Werten basierenden Führungskultur sind Begriffe wie Ethik und Moral, Fairness und Vernunft für mich keine Fremdwörter. Und dennoch begegne ich in den Unternehmen doch auch immer wieder diesem inneren Schweinehund.

Ich nehme dieses Fundstück zum Anlass und werde mich in meinen nächsten Beiträgen etwas eingehender mit diesem inneren Schweinehund beschäftigen. Und ich werde aufzeigen, dass man mit Ethik, Moral und Werten durchaus erfolgreich und menschlich führen kann.

Sinn Macht Erfolg

Diese Kombination von Begriffen ist kein Zufallsprodukt, es umreißt die Kernthemen von Führungskräften und Mitarbeitern, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Wer bereit ist, Führung zu übernehmen und Verantwortung zu tragen, verbindet damit in der Regel auch den Anspruch einen Sinn in seiner Arbeit zu sehen, in irgendeiner Form Macht auszuüben und Erfolg zu haben.

Die Attraktivität dieser Ziele übt auf Menschen eine motivierende Wirkung aus.

Da aber die Möglichkeiten, Macht, Erfolg und Sinn zu empfinden sehr verschieden sind, können sie auch in sehr unterschiedlicher Weise Motivation herstellen.

Was motiviert Sie? Sinn? Macht? Erfolg?

Ich träume von einem Unternehmen

Ich träume von einem Unternehmen
in dem einer dem anderen hilft,
in dem jeder weiß, dass er gebraucht wird,
und weiß, dass er wichtig ist.

Ich träume von einem Unternehmen,
in dem Platz ist für alle,
für die Starken und für die Schwachen,
für die Jugendlichen und für die Älteren,
und auch für die, die momentan nichts leisten können,
die vielleicht müde sind und resignieren.

Ich träume von einem Unternehmen,
in dem jeder mit jedem redet,
in dem Konflikte fair ausgetragen werden,
in dem Mutlose ein offenes Ohr finden,
und in dem Einsame Freunde finden,
in dem es keinen gibt, der nicht verstanden wird,
in dem jeder sich freut, dazuzugehören.

Ich träume von einem Unternehmen,
in dem die Werte und die Führungskultur so vermittelt wird,
dass es den Menschen hilft zu leben und zu arbeiten,
in dem Mitarbeiter so begeistert sind,
dass sie anderen davon erzählen,
in dem Mitarbeiter an den gemeinsamen Erfolg glauben,
weil sie das gemeinsame Ziel mitgestalten konnten.

Ich glaube an diesen Traum!

Teamplayer

Der perfekte Chef spielt im Team. Das ist dann mit „Wir“ gemeint – der „perfekte“ Chef ist ein Teamspieler. Wenn manche behaupten, geniale Leistungen sind nur von einzelnen Menschen erschaffen worden, so vergessen sie das Jahrhundert, in dem dies geschah oder befinden sich im Bereich der Kunst,

Bei dem Kunstwerk Unternehmen werden im 21. Jahrhundert nur Teams gewinnen. Das war aber auch schon in den letzten Jahrhunderten so. Die Mondlandung war nicht das Werk eines einzelnen Menschen, sondern das Werk mehrerer tausend Ingenieure, auch wenn die visionäre Kraft eines Wernher von Braun dahinter stand. Alleine hätte er es niemals geschafft.

Haben Sie wirklich den Ehrgeiz alles alleine machen so wollen – vielleicht sogar den Drang es zu müssen? Dann überdenken Sie Ihre Grundhaltung – zum Wohle Ihres Unternehmens und zum Wohle Ihrer Gesundheit!

Hauptsache Erfolg – egal wie!?

Nein, ein Augenschmaus war das WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Algerien nicht. Und schon bricht eine Diskussion los. Auf allen sozialen Netzwerken und sicherlich auch an der Tankstelle und in der Eckkneipe. Muss Fussball immer schön sein? Oder Hauptsache erfolgreich? Auf jeden Fall ein Sieg! Aber egal wie?

Eins ist sicher, sollte sich die deutsche Nationalmannschaft weiter so durch das Turnier spielen und vielleicht sogar Weltmeister werden, wir wären stolz auf diese Mannschaft (sogar die heute noch sehr kritisch fragenden Fernsehreporter).

Was sind denn nun die Erfolgsfaktoren im Spiel mit der runden, bunten Kugel? Joachim Löw hat das gestern im Interview sehr schön auf den Punkt gebracht – unbedingter Wille, Willenskraft und der Glaube an sich selbst.

Spiegeln wir diese Gedanken nun einmal auf das Unternehmertum, auf unsere Funktion als Führungskraft.

Unbedingter Wille – ich will etwas erreichen, ich habe ein klares Ziel vor Augen und ich werde es erreichen!

Willenskraft – auch wenn es mal nicht ganz so rund läuft und meine Taktik nicht aufgeht. Ich gebe nicht auf, ich werde das Ziel erreichen!

Glaube an sich selbst – ich habe den Mut, mich auch mal weit aus meinem angestammten Bereich heraus zu bewegen. Bestes Beispiel: Manuel Neuer als Libero hinter der Abwehr anstatt Torwart auf der Linie. Sicherlich, das hätte auch mal schiefgehen können. Ist es aber nicht – weil er an sich glaubt.

Glaube an sich selbst – ich bin im Besitz aller Werkzeuge, die ich für eine erfolgreiche Führungsarbeit benötige.

Und ja, man darf auch mal Fehler machen! So wie Thomas Müller beim Freistoß – einfach mal stolpern. Warum auch nicht!

Und wenn wir schon beim Thema Fußball sind – spielen Sie auch mal Doppelpass mit Ihren Mitarbeitern! Sie werden sehen, dass auch von dort sehr gute Vorlagen und Pässe kommen werden!