Der Sinn des Lebens

Haben Sie in paar Augenblicke Zeit? Nein, nicht nur um hier ein paar Zeilen zu lesen. Sie sollen sich selber mal Gedanken machen – nicht über neue Fragestellungen, über Altbekanntes. Über Fragen, die Sie in Ihrem Leben sicherlich schon oft beschäftigt haben.

Aber heute soll es mal nicht um den Sinn Ihres Lebens im Allgemeinen gehen, sondern um den Sinn Ihres Führungskräftedaseins…

Auch hier kann man die zentralen Fragen unseres Lebens stellen:

  • Was empfinde ich in meiner Arbeit als sinnvoll?
  • Welche Werte sind mir in meiner Führungsverantwortung wichtig – und nach welchen Werten bin ich bereit zu leben?
  • Was will ich als Führungskraft erreichen?

Erinnern Sie sich mal zurück an schöne Situationen innerhalb Ihres Teams oder Ihrer Abteilung? Gibt Ihnen das nicht heute auch noch Sinn und Motivation?

Was konnten Sie in der Vergangenheit gestalten, schaffen und erreichen? Womit haben Sie die Welt verändert?

Und welche Grundeinstellung haben Sie zu den positiven und auch den negativen Erfahrungen innerhalb Ihres Führungskräfte-Lebens?

Sie denken jetzt bestimmt „so viele Fragezeichen“ – und keine Antworten! Aber genau so ist es beabsichtigt, versuchen Sie die Fragen mal ehrlich zu beantworten, nehmen Sie sich heute, morgen oder übermorgen mal ein paar Minuten Zeit. Ich bin mir sicher, sie werden an vielen Stationen Ihres Lebens vorbeikommen, werden aus den positiven Erlebnissen neuen Mut schöpfen und aus den negativen Dingen abermals Ihre Schlüsse ziehen.

Und diese Arbeit kann Ihnen niemand abnehmen, das müssen Sie selber leisten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei!

Führen mit Stärken und Werten – Schweinehund Teil 2

Menschen arbeiten motivierter, wenn sie ihre Stärken im Job ausleben können. Sie sind mit mehr Begeisterung bei der Sache, wenn Vorgesetzte und Kollegen ihnen echte Wertschätzung entgegenbringen. Beides ist hinlänglich bekannt und durch diverse Studien sogar wissenschaftlich belegt. Und dennoch ist das in der Praxis offensichtlich nur schwer umzusetzen.

Wie viele Führungsschweinehunde haben ihre tierische Freude daran, Mitarbeiter zu erwischen wenn sie etwas falsch gemacht haben, um genau dann die die Trumpfkarte zu spielen um sich als Resultat stark und mächtig zu fühlen. Wer scharf kontrolliert findet zwangsläufig viele Fehler und somit auch viele Gelegenheiten die Täter zur Rede zu stellen

Führung funktioniert so also ganz einfach. Der Chef verbreitet Angst und Schrecken, macht so seine Mitarbeiter schwach und gefügig. Die Ergebnisse seiner Abteilung mögen trotz eines anachronistischen Führungsstils ganz gut aussehen. Dennoch können Sie sicher sein, dass eine solche Führungskraft viel Potenzial vergeudet.

Es ist viel schwieriger sich auf die Stärken der Mitarbeiter zu konzentrieren. Es bedeutet erstens diese Stärken überhaupt zu erkennen und zweitens diese Stärken auch anzuerkennen. Beides haben wir zumeist nicht gelernt. In jeder Bildungsinstitution, die wir im Laufe unseres Lebens besucht haben, wurde mit Fingern auf unsere Schwäche gezeigt. Vielleicht wurden wir in Nachhilfekurse gesteckt, die unsere Defizite ausgleichen sollten. Aber besuchten wir jemals einen Förderkurs in einen Fach, in dem wir ohnehin schon sehr gut abschnitten? Was haben wir häufiger erfahren? Leistungsdruck oder echte Wertschätzung???

Es ist schwierig etwas zu geben was man selbst niemals bekommen hat. Viel einfacher ist es, den am eigenen Leib erfahren Druck einfach weiterzugeben. Oder um es schweinehündisch zu formulieren: je mehr ein Mensch im Kindesalter für seine Schwächen gescholten und unter Druck gesetzt worden ist, desto besser gedeiht neben ihm ein besonders großer Schweinehund, der nur darauf wartet, dass ein Mensch endlich seinen Chefsessel erklimmt.

Demnächst: Stärken sehen und stärken.

Der innere Schweinehund

„Darf ich mich vorstellen? Ich bin Ihr innerer Schweinehund. Ich bin es, der Sie gelegentlich dazu verführt, Ihre Mitarbeiter einzuschüchtern, Machtspielchen mit Ihren Kollegen zu treiben und Ihr Privatleben zu vernachlässigen.

Ich verstehe gar nicht, warum Sie mich immer wieder verscheuchen oder sogar „überwinden“ wollen – Sie sollten wissen, dass Sie keine Chance gegen mich haben.

Je härter Sie gegen mich vorgehen, desto schneller kassiere ich jeden Ihrer guten Vorsätze.

Also: Machen Sie sich das Leben leichter. Ich habe ja nichts gegen Ethik und Moral, Fairness und Vernunft in der Führung. Wenn Sie mir beweisen, dass Sie damit sogar erfolgreicher sind und dabei persönlich nicht zu kurz kommen, dann ziehe ich gerne mit Ihnen an einem Strang.“

aus: „Führen mit dem inneren Schweinehund“ | Marco von Münchhausen und Cay von Fournier | http://www.schmidtcolleg.de

Ein vielsagendes Fundstück – der Klappentext eines Buches, das mir in den letzten Tagen in die Hände fiel – nur ein kurzer Text, nur wenige Worte. Aber mit viel Sinn und Inhalt. Und mit viel Potential zum Nachdenken.

Als Verfechter einer neuen und modernen, auf Werten basierenden Führungskultur sind Begriffe wie Ethik und Moral, Fairness und Vernunft für mich keine Fremdwörter. Und dennoch begegne ich in den Unternehmen doch auch immer wieder diesem inneren Schweinehund.

Ich nehme dieses Fundstück zum Anlass und werde mich in meinen nächsten Beiträgen etwas eingehender mit diesem inneren Schweinehund beschäftigen. Und ich werde aufzeigen, dass man mit Ethik, Moral und Werten durchaus erfolgreich und menschlich führen kann.

Sinn Macht Erfolg

Diese Kombination von Begriffen ist kein Zufallsprodukt, es umreißt die Kernthemen von Führungskräften und Mitarbeitern, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Wer bereit ist, Führung zu übernehmen und Verantwortung zu tragen, verbindet damit in der Regel auch den Anspruch einen Sinn in seiner Arbeit zu sehen, in irgendeiner Form Macht auszuüben und Erfolg zu haben.

Die Attraktivität dieser Ziele übt auf Menschen eine motivierende Wirkung aus.

Da aber die Möglichkeiten, Macht, Erfolg und Sinn zu empfinden sehr verschieden sind, können sie auch in sehr unterschiedlicher Weise Motivation herstellen.

Was motiviert Sie? Sinn? Macht? Erfolg?

Ich träume von einem Unternehmen

Ich träume von einem Unternehmen
in dem einer dem anderen hilft,
in dem jeder weiß, dass er gebraucht wird,
und weiß, dass er wichtig ist.

Ich träume von einem Unternehmen,
in dem Platz ist für alle,
für die Starken und für die Schwachen,
für die Jugendlichen und für die Älteren,
und auch für die, die momentan nichts leisten können,
die vielleicht müde sind und resignieren.

Ich träume von einem Unternehmen,
in dem jeder mit jedem redet,
in dem Konflikte fair ausgetragen werden,
in dem Mutlose ein offenes Ohr finden,
und in dem Einsame Freunde finden,
in dem es keinen gibt, der nicht verstanden wird,
in dem jeder sich freut, dazuzugehören.

Ich träume von einem Unternehmen,
in dem die Werte und die Führungskultur so vermittelt wird,
dass es den Menschen hilft zu leben und zu arbeiten,
in dem Mitarbeiter so begeistert sind,
dass sie anderen davon erzählen,
in dem Mitarbeiter an den gemeinsamen Erfolg glauben,
weil sie das gemeinsame Ziel mitgestalten konnten.

Ich glaube an diesen Traum!

Ethische Kompetenz

Führung beinhaltet die immaterielle Dimension und somit die Dimension der Ethik. Wahre Führung ist daher auch immer ethische Führung. Ein Grundproblem unserer Zeit ist, dass sich häufig alle Entscheidungen und Interessen der Führung auf materielle Vorteile und Macht konzentrieren, und die wahre Überzeugung der Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft verloren gegangen ist.

Die Ethik untersucht, was wertvoll ist und beschreibt ein Wertesystem, mit dem wir das Leben, die Welt und somit auch ein Unternehmen regeln. Dies geschieht auf jeden Fall – ob nun bewusst oder unbewusst.

Die werteorientierte Führung macht den Stellenwert von Werten deutlich. Ethik ist wichtig, und die Wirtschaft muss neben der Ökonomie zu diesem Thema zurückfinden!