Führen mit Stärken und Werten – Schweinehund Teil 2

Menschen arbeiten motivierter, wenn sie ihre Stärken im Job ausleben können. Sie sind mit mehr Begeisterung bei der Sache, wenn Vorgesetzte und Kollegen ihnen echte Wertschätzung entgegenbringen. Beides ist hinlänglich bekannt und durch diverse Studien sogar wissenschaftlich belegt. Und dennoch ist das in der Praxis offensichtlich nur schwer umzusetzen.

Wie viele Führungsschweinehunde haben ihre tierische Freude daran, Mitarbeiter zu erwischen wenn sie etwas falsch gemacht haben, um genau dann die die Trumpfkarte zu spielen um sich als Resultat stark und mächtig zu fühlen. Wer scharf kontrolliert findet zwangsläufig viele Fehler und somit auch viele Gelegenheiten die Täter zur Rede zu stellen

Führung funktioniert so also ganz einfach. Der Chef verbreitet Angst und Schrecken, macht so seine Mitarbeiter schwach und gefügig. Die Ergebnisse seiner Abteilung mögen trotz eines anachronistischen Führungsstils ganz gut aussehen. Dennoch können Sie sicher sein, dass eine solche Führungskraft viel Potenzial vergeudet.

Es ist viel schwieriger sich auf die Stärken der Mitarbeiter zu konzentrieren. Es bedeutet erstens diese Stärken überhaupt zu erkennen und zweitens diese Stärken auch anzuerkennen. Beides haben wir zumeist nicht gelernt. In jeder Bildungsinstitution, die wir im Laufe unseres Lebens besucht haben, wurde mit Fingern auf unsere Schwäche gezeigt. Vielleicht wurden wir in Nachhilfekurse gesteckt, die unsere Defizite ausgleichen sollten. Aber besuchten wir jemals einen Förderkurs in einen Fach, in dem wir ohnehin schon sehr gut abschnitten? Was haben wir häufiger erfahren? Leistungsdruck oder echte Wertschätzung???

Es ist schwierig etwas zu geben was man selbst niemals bekommen hat. Viel einfacher ist es, den am eigenen Leib erfahren Druck einfach weiterzugeben. Oder um es schweinehündisch zu formulieren: je mehr ein Mensch im Kindesalter für seine Schwächen gescholten und unter Druck gesetzt worden ist, desto besser gedeiht neben ihm ein besonders großer Schweinehund, der nur darauf wartet, dass ein Mensch endlich seinen Chefsessel erklimmt.

Demnächst: Stärken sehen und stärken.

Erfolg für die Ewigkeit?

WM-Finale in Rio. DAS Spiel. Maracana. DAS Stadion. Wir gegen Argentinien. Das ist DIE Chance…

Die Stimmung in der legendären Arena unfassbar. Die deutschen und argentinischen Fans schreien so laut, so fordernd, so hoffend. Eine ganz große Party – und die Welt schaut zu. Nach einer Stunde wird es plötzlich still. So spannend ist dieses Endspiel, so offen, wer den WM-Pokal kriegen wird.

Dann die 112. Minute. Schürrle auf seinen Kumpel Götze. Wie im Training. Und unaufgeregt wie im Training macht Götze das Ding rein. Er macht UNS zum Weltmeister. Mit einem Tor, das wir einen Monat später nicht vergessen haben. Ein Tor, das wir in einem Jahr nicht vergessen haben. Ein Tor, das ganz Deutschland NIE wieder vergessen wird.

Das war am 13.07.2014 – also heute genau vor einem Monat. Dieser Erfolg ist uns in den Medien fast täglich neu vor Augen geführt worden. Die Bilder, die Emotionen, die Glücksgefühle. All das wurde immer und immer wieder aufgewärmt. Und warum das Ganze? Um diesen Erfolg zu konservieren für die Ewigkeit! Um immer wieder auf´s Neue positive Energie daraus zu ziehen.

Auch im Unternehmen werden Erfolge erzielt. Auch Mitarbeiter und Führungskräfte haben ihren ganz persönlichen Erfolgstag, ihren 13.07.2014!

Und was motiviert mehr als Erfolg! Und was kann mehr motivieren als ein positiver Blick zurück auf dieses eine grandiose Erfolgserlebnis!?

Lassen Sie also zu, dass man sich an Erfolgen erfreuen kann. Lassen Sie zu, dass der Faktor Erfolg in Ihrem Unternehmen als Motivationsgarant dient.

Denken Sie mal über eine „Wall of Fame“ in Ihrem Unternehmen nach – mit viel Platz für die persönlichen Erfolge ALLER Mitarbeiter!

Und am Freitag kümmern wir uns wieder um den inneren Schweinehund!

Der innere Schweinehund

„Darf ich mich vorstellen? Ich bin Ihr innerer Schweinehund. Ich bin es, der Sie gelegentlich dazu verführt, Ihre Mitarbeiter einzuschüchtern, Machtspielchen mit Ihren Kollegen zu treiben und Ihr Privatleben zu vernachlässigen.

Ich verstehe gar nicht, warum Sie mich immer wieder verscheuchen oder sogar „überwinden“ wollen – Sie sollten wissen, dass Sie keine Chance gegen mich haben.

Je härter Sie gegen mich vorgehen, desto schneller kassiere ich jeden Ihrer guten Vorsätze.

Also: Machen Sie sich das Leben leichter. Ich habe ja nichts gegen Ethik und Moral, Fairness und Vernunft in der Führung. Wenn Sie mir beweisen, dass Sie damit sogar erfolgreicher sind und dabei persönlich nicht zu kurz kommen, dann ziehe ich gerne mit Ihnen an einem Strang.“

aus: „Führen mit dem inneren Schweinehund“ | Marco von Münchhausen und Cay von Fournier | http://www.schmidtcolleg.de

Ein vielsagendes Fundstück – der Klappentext eines Buches, das mir in den letzten Tagen in die Hände fiel – nur ein kurzer Text, nur wenige Worte. Aber mit viel Sinn und Inhalt. Und mit viel Potential zum Nachdenken.

Als Verfechter einer neuen und modernen, auf Werten basierenden Führungskultur sind Begriffe wie Ethik und Moral, Fairness und Vernunft für mich keine Fremdwörter. Und dennoch begegne ich in den Unternehmen doch auch immer wieder diesem inneren Schweinehund.

Ich nehme dieses Fundstück zum Anlass und werde mich in meinen nächsten Beiträgen etwas eingehender mit diesem inneren Schweinehund beschäftigen. Und ich werde aufzeigen, dass man mit Ethik, Moral und Werten durchaus erfolgreich und menschlich führen kann.

Sinn Macht Erfolg

Diese Kombination von Begriffen ist kein Zufallsprodukt, es umreißt die Kernthemen von Führungskräften und Mitarbeitern, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

Wer bereit ist, Führung zu übernehmen und Verantwortung zu tragen, verbindet damit in der Regel auch den Anspruch einen Sinn in seiner Arbeit zu sehen, in irgendeiner Form Macht auszuüben und Erfolg zu haben.

Die Attraktivität dieser Ziele übt auf Menschen eine motivierende Wirkung aus.

Da aber die Möglichkeiten, Macht, Erfolg und Sinn zu empfinden sehr verschieden sind, können sie auch in sehr unterschiedlicher Weise Motivation herstellen.

Was motiviert Sie? Sinn? Macht? Erfolg?