… und an all die Geschichten denken, dir wir hätten erzählen können.

Julia Engelmann hat mit ihrem Poetry-Slam den Nerv der Zeit getroffen, über 5 Millionen Klicks auf Youtube zeigen dies deutlich.
Und auch hier geht es irgendwie um Führung – um die Führung seines eigenen Lebens. Um verpasste Chancen und ein zu spätes drüber nachdenken.

… und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Ob in der Personalführung oder im „Sich-selber-führen“ – es geht um die Geschichten, die das Leben zu schreiben weiß. Um die Geschichten, die das Leben interessant machen. Um die Geschichten, die eine Führungskraft persönlich und sympatisch machen. Authentisch eben.

Lassen Sie ihre Mitarbeiter teilhaben an Ihren Geschichten – so werden Sie ein positiver Teil der Geschichten Ihrer Mitarbeiter, und die Mitarbeiter ein positiver Teil der Geschichte Ihres Unternehmens.

Und irgendwann werden wir alt sein, und an all die Geschichten denken, die wir wirklich er-lebt haben.

 

Starke Führung gibt Sicherheit

Am vergangenen Wochenende war mal wieder ein Hallenfußballturnier angesagt. Unser Sohn spielt in der F2, das sind aktuell die Jahrgänge 2006 und jünger. Im Training lernen die Jungs neben den spielerischen Feinheiten auch das Regelwerk des Fußballs kennen. Was nun beim Hallenturnier passiert ist, hat sehr deutlich gezeigt, was passiert, wenn klare Regeln nicht klar kommuniziert und umgesetzt werden.

Wir gehen einmal davon aus, dass einer der Schiedsrichter einfach nur einen schlechten Tag hatte, und es geht hier auch nicht darum, die Leistung des Schiedsrichters zu bewerten. Aber es geht darum aufzuzeigen, was passiert, wenn klar definierte Regeln nicht beachtet bzw. inkonsequent umgesetzt werden.

Kleines Beispiel – im Strafraum prallen zwei Spieler aufeinander, kein Foul, einfach nur zu wenig Platz auf dem Feld. Einer der Spieler bleibt liegen, während das Spiel in der anderen Hälfte weiterläuft. Der Schiedsrichter bemerkt erst aufgrund der Zuschauerreaktionen, dass ein Spieler am Boden liegt. Er unterbricht das Spiel, geht zum verletzten Spieler, geht dann quer über das Feld, um den Ball zu holen, legt ihn auf den Neun-Meter-Punkt und pfeift relativ zügig den Strafstoß an. Der Ball zappelt im Netz, bevor der Torhüter auch nur ansatzweise verstanden hat, was hier gerade passiert ist.

Das Ergebnis der Aktion – alle Spieler auf dem Platz verunsichert, die Zuschauer auf 180. Und all das nur, weil zum Einen die konsequente Umsetzung des Regelwerks gefehlt hat und zum Anderen die Kommunikation zu wünschen übrig lies.

Und nun weg vom Fußballfeld und hinein in die Unternehmen – auch ein Unternehmen gibt sich klare Regeln. Nennt dies Vision und Mission und erfüllt das Geschriebene mit Leben. Die Führungskräfte orientieren sich in ihrem Tun und Handeln an diesen Grundsätzen und führen die Mitarbeiter innerhalb dieser Leitlinien konsequent und kommunikativ (und immer mit dem notwendigen Handlungsfreiraum).

Doch was passiert, wenn die Führung nicht zu den Regeln passt? Wenn die Führungskraft inkonsequent und für die Mitarbeiter nicht nachvollziehbar handelt? Dann geschieht das Gleiche wie auf dem Fußballplatz – die Spieler (Mitarbeiter) sind verunsichert, fühlen sich nicht geführt sondern irgendwie alleine gelassen. Und die Zuschauer (Kunden/Lieferanten/Geschäftspartner) werden es auch früher oder später merken.

Füllen Sie als Führungskraft Ihren Handlungsspielraum mit Leben – kommunizieren Sie klar und führen Sie innerhalb der gegebenen Leitlinien konsequent. Das schafft Sicherheit und die Mitarbeiter werden Sie sehr zu schätzen wissen.

Führungskrise

Wenn man den Medien glauben darf, dann haben wir in Deutschland momentan eine handfeste Regierungskrise. Der Rücktritt eines Ministers war der vorübergehende Höhepunkt eine „Affäre“, die damit angefangen hat, dass zwei Menschen miteinander gesprochen haben und Informationen ausgetauscht haben.

Ich plädiere immer wieder für Transparenz und eine gute Informationspolitik in den Unternehmen. Und nichts anderes ist hier jetzt auch passiert. Okay, es waren vielleicht Informationen, die der Minister besser hätte für sich behalten sollen um die staatsanwaltlichen Ermittlungen nicht zu untergraben, aber ein wenig Fingerspitzengefühl darf man von Politikern (und auch von Führungskräften) ja durchaus erwarten.

Aber gehen wir mal weg von diesen politischen Spielchen und hinein in die Unternehmen – Transparenz und Informationsfluss sollten in den Unternehmen GROSS geschrieben werden. Der Glaube, man könne den Informationsfluss kontrollieren, ist so verbreitet wie trügerisch. Warum also nicht gleich eine offene Informationskultur im Unternehmen pflegen. Eine offene Informationskultur, die für alle Mitarbeiter offen und zugänglich ist, gehört heute zum „guten Ton“ eines Unternehmens. Geschlossene Informationssysteme, die nur den Führungskräften zur Verfügung stehen, zeugen von Misstrauen den Mitarbeitern gegenüber.

Die Regierungskrise wurde durch zu offenen Umgang mit Informationen ausgelöst – lasses Sie es nicht zur einer Führungskrise kommen, weil Sie zu wenig Informationen mit den Mitarbeitern teilen. Denn wenn keine Informationen fließen, brodelt die Gerüchteküche – und das kann keiner wollen! Und dafür gibt es die Bild-Zeitung!

Die Erfahrungen Anderer

„Der erworbene Reichtum fremder Erfahrung heißt Gelehrsamkeit. Eigene Erfahrung ist Weisheit.“ (Gotthold Ephraim Lessing)

Das Kind kann der Mutter durchaus glauben, dass das Bügeleisen oder die Herdplatte heiß ist. Es ist für seine Erfahrungen nicht unbedingt notwendig, dass es sich erst die Finger oder gar die ganze Hand verbrennt, um daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen und um die Erfahrung zu machen, dass es die Mutter doch wirklich gut mit ihm meint. Viele ähnliche Beispiele, die auch im zwischenmenschlichen Bereich der Erwachsenen zu finden sind, zeigen, dass man gewiss nicht alle Erfahrungen selber machen muss. Vielmehr macht es Sinn – wie beim Bügeleisen – aus den schon gemachten Erfahrungen der Anderen zu lernen.

Aber wie ist es möglich, das den Erfahrungen anderer Menschen etwas zu lernen? Grundvoraussetzung dafür ist die Bereitschaft, sich mit den Erfahrungen anderer Menschen zu befassen. Nicht das blinde kopieren, nicht das zu vertrauensvolle Verlassen auf die Anderen – das bewusste Beschäftigen mit den Erfahrungen und der gezielte Einbau in sein eigenes Denken und Handeln. Für die Erweiterung des eigenen Erfahrungshorizonts.

Achten Sie in Gesprächen auf die Erfahrungen Anderer – und geben Sie Ihre Erfahrungen an andere weiter.

Perspektive

Etwas aus der richtigen Perspektive zu sehen, ist eine Gnade – aber wenn Du mittendrin steckst, nützt sie dir auch nichts mehr
(Peter E. Schumacher)

Als im 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Renaissance die Malerei revolutioniert wurde, kam zum ersten Mal das Wort “Perspektive” aus. Das Wort bezeichnet das, was in der Kunst zu dieser Zeit entdeckt wurde: die zeichnerische Darstellung räumlicher Verhältnisse und Gegenstände, wie sie dem Augenschein entsprechen.
Es ist immer wieder verblüffend, wie lange die Menschheit dafür gebraucht hat, die Perspektive zeichnerisch zu beherrschen. Heute lernen dies die Kinder bereits in der Grundschule.

Was ebenfalls schon in frühesten Kindheitstagen gelernt wird, ist das Leben zu betrachten. Mit den unterschiedlichsten perspektivischen Möglichkeiten. Aus der Froschperspektive im Kindesalter verschiebt sich im Laufe des Älterwerdens in Richtung der realen Standperspektive um dann schliesslich in der Vogelperspektive zu schliessen.

Die Perspektive, unter der uns unser Leben erscheint, ändert sich – tagtäglich. Durch immer neue Eindrücke und Lebensumstände. Wir sind dabei nicht auf eine bestimmte Perspektive festgelegt. Der Reiz besteht doch darin, zwischen verschiedenen Perspektiven und Sichtweisen wechseln zu können.
Nur wenn wir diesen Perspektivwechsel beherrschen, sind wir in der Lage Verständnis für unser Umfeld, für unsere Familie und unsere Mitarbeiter zu entwickeln.

Betrachten Sie Ihr Leben also regelmässig aus einer anderen Perspektive – und machen Sie sich immer wieder klar, dass Ihr Leben sehr viele schöne Perspektiven hatte, hat und haben wird!

Motivation durch Befriedigung menschlicher Bedürfnisse

Mitarbeitermotivation kann so einfach sein. Da bedarf es keiner großen Incentive-Programme oder dem „dicken Scheck“ zu Weihnachten (okay, ganz unwichtig sind diese Dinge nun auch nicht). Aber die Motivation im Arbeitsalltag kann nicht abhängig sein von einmal jährlich wiederkehrenden Geschenken der Geschäftsleitung.

Jeder Mitarbeiter hat gewisse Grundbedürfnisse. Wenn diese erkannt und bedient werden, motiviert sich der Mitarbeiter selber.

1. Das Bedürfnis, gute Arbeit zu leisten
Der Mitarbeiter muss nicht mit „psychologischen Tricks“ motiviert werden. Er/Sie hat selber Lust, sich mit interessanten Aufgaben zu beschäftigen, anspruchsvolle aber erreichbare Ziele zu verfolgen oder eben einfach Wichtiges zu tun.

2. Die Lust, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren
Der Mensch ist in seiner Grundausrichtung ein soziales Wesen. Wir brauchen die Gesellschaft, wollen uns austauschen und möchten uns in gewisser Weise auch am Arbeitsplatz anerkannt und geborgen fühlen.

3. Der Wunsch nach Individualität
Der Mitarbeiter möchte sich auch als Individuum von anderen abgrenzen können und Entscheidungen alleine treffen. Er sehnt sich geradezu danach, ganz allein auf etwas stolz sein zu können, was ohne die Hilfe Anderer erreicht wurde. Und er möchte einen Bereich, den er so ausgestalten darf, wie es ihm persönlich am Besten gefällt.

Gehen Sie bewusst mit diesen drei Grundbedürfnissen um – sie werden sehen, sie bekommen hochmotivierte Mitarbeiter!

Wann kann Coaching erfolgreich sein?

Coaching ist gerade für Neueinsteiger eine seltsame Sache – und meist funktioniert Coaching dann auch irgendwie nicht. Zumindest haben viele Führungskräfte diesen subjektiven Eindruck. Coaching ist eben mehr als das Lesen von Zeitschriften und Büchern und das Besuchen von unzähligen Coaching-Seminaren.

Coaching fängt für mich da an, wo die Bücher, Zeitschriften und Seminare aufhören – in der persönlichen Begleitung des Umsetzungsprozesses.

Aussagen wie „Das habe ich doch schon alles gemacht“, „Hilft mir auch nicht weiter“ oder „Das ist nicht mein Problem“ zeugen davon, dass die Theorie wohl sitzt und auch ein Veränderungsprozess als notwendig erachtet wird. Aber in der praktischen Umsetzung braucht es eben individuelle und vor allem alltagstaugliche Tipps und Ratschläge. Und die bekommt man nicht aus Zeitschriften, Büchern oder Seminaren – die sind nur im Arbeitsalltag zu haben.

Deshalb nocheinmal – für mich fängt Coaching in der Begleitung des Umsetzungsprozesses erst richtig an!